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Gemeinsame Veranstaltung von N-ERGIE, den Kommunen NürnbergerLand und den Bürgerinitiativen gegen die „Trassenlüge“

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Am 19. Juli fand eine denkwürdige Veranstaltung auf Einladung der N-ERGIE im Nürnberger Uhrenhaus statt.
Der Stromversorger hatte Vertreter des BUND, der Gemeinden des Landkreises Nürnberger Land und die Vertreter des Aktionsbündnisses gegen die Süd-Ost-Trasse sowie interessierte Bürger zu einer Fachveranstaltung eingeladen.

Rainer Kleedörfer, Prokurist der Firma N-ERGIE, begrüßte die zahlreichen Gäste. Er erläuterte in seinem Vortrag die durch den geplanten Bau der Gleichstromtrassen verursachte Kostenexplosion für den Privatkunden und mittelständische Unternehmen. Da zahlreiche Großkunden von vielen Umlagen befreit wären, träfen die „Systemkosten“ vor allem „den kleinen Mann“.
Nicht nachvollziehbar sei aus der Sicht Kleedörfers auch die Tatsache, dass zukünftig nicht mehr die Stadtwerke benötigte Gaskraftwerke bauen dürften, sondern die Übertragungsnetzbetreiber.
Der Vertreter der Firma N-ERGIE fordert weiterhin, dass das für Deutschland wichtigste Infrastruktur und Übertragungsnetz aus der Hand der niederländischen Firma TenneT mehrheitlich zurück in die Hand des deutschen Steuerzahlers müsse.

Unterstützt wurden seine Forderungen durch Landrat Armin Kroder, der sich klar gegen den Bau der Monstertrassen und für eine dezentrale und regionale Energieerzeugung aussprach.

Eindrücklich belegt wurde die „Trassenlüge“ durch die Ausführungen von Prof. Dr. Lorenz Jarras. Er betonte, dass nur für den Fall, dass man weiterhin die Erneuerbaren Energien ausgebaut und gleichzeitig konventionelle (Braunkohle-) Kraftwerke ungehindert einspeißen lassen möchte, ein massiver Netzausbau nötig sei. „Die durch Bayern geplanten Leitungen sind ausschließlich für die ostdeutschen Kohlekraftwerke notwendig“, so der emeritierte Professor für Wirtschaftswissenschaften.

Jarras widerlegte mit den von ihm herausgeklagten Daten der Bundesnetzagentur, dass der Bau der Trassen und Reservekraftwerke für die süddeutsche Stromversorgung in Dunkelflauten benötigt würde. Die Zahlen belegten vielmehr, dass die geplanten HGÜ-Trassen überwiegend für den deutschen Kohlestromexport benötigt werden.
Weiterhin führte Professor Jarras aus, dass durch das „Leiterseilmonitoring“ mit billigen Temperatursensoren, wie es in Österreich oder der Schweiz längst üblich ist, ohnehin mehr Strom durch die bestehenden Leitungen geschickt werden könnte.

Dr. Herbert Barthel als Vertreter und Energiereferent des BUND kritisierte in seiner Rede vor allem, dass es keine strategische Umweltprüfung (SUP) gegeben habe und auch keine ausreichenden Alternativ-Prüfungen gemacht worden seien.
Auch stellte er das Engagement der N-ERGIE für eine gemeinsame Energiekonzeptplanung für ganz Deutschland lobend heraus. Die von dem Stromversorger in Auftrag gegebene Prognos-Studie „Dezentralität und zellulare Optimierung – Auswirkungen auf den Netzausbaubedarf“, die in Zusammenarbeit mit der FAU Erlangen-Nürnberg entstand, sei in der Welt der Energiekonzerne nicht üblich.

Moderator Stefan Lochmüller fasste die Inhalte des Abends noch einmal auch im Hinblick auf den kaufmännischen Aspekt zusammen und forderte abschließend mit großer Dringlichkeit für die Einhaltung der Klimaziele eine höhere Dynamik an den Tag zu legen.

Insgesamt ein gelungener Abend für das Ziel gegen die starke Lobby eine echte und dezentrale Energiewende voranzutreiben!

Petra Kraus
Sprecherin der BI Schnaittach

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